 | Migränehilfe gegen die Höllenqualen |
Anonymous schreibt "Kein anderer Schmerz ist so weit verbreitet und tritt so häufig auf wie der Kopfschmerz. Eine besonders quälende Form ist die Migräne. Pochende, meist halbseitige Kopfschmerzen, Übelkeit und eine extreme Licht- und Lärmempfindlichkeit zeichnen sie aus. Bis zu 15 % aller Frauen und 5 % der Männer in Deutschland macht die Migräne zu schaffen.
Die Ursachen sind nicht endgültig bestimmt
Die Schmerzattacken kündigen sich bei einigen Betroffenen durch ein schmerzfreies Vorstadium an. Während dieser „Aura“ können Sehstörungen, ein Kribbelgefühl oder vorübergehende Lähmungserscheinungen auftreten. Die zugrunde liegenden Ursachen für den Migränekopfschmerz sind vielfältig und noch nicht endgültig geklärt. Bestimmte Erbfaktoren sind einer der Gründe, sie lassen das Gehirn der Patienten besonders empfindlich auf bestimmte Reize reagieren. Es gibt eine Vielzahl dieser sogenannten Triggerfaktoren, die dann eine Schmerzattacke auslösen können. Auch Stress oder ein Wetterumschwung können die Migräne verursachen.
Für die hohe Anfälligkeitsrate bei Frauen werden die hormonellen Schwankungen währen des Monatszyklus verantwortlich gemacht. Alkohol, Nicotin und einige Nahrungsmittel wie Schokolade oder Käse können ebenfalls einen Schub herbeiführen. Während eines solchen Kopfschmerzanfalls steigern verschiedene Hirnareale ihre Aktivität und setzen so aggressive Botenstoffe frei, die an den Blutgefäßen des Gehirns eine Entzündung auslösen. Jeder Pulsschlag an der entzündeten Gefäßwand verursacht nun den typischen pulsierende Migränekopfschmerz.
Wichtig sind die Angaben der Betroffenen
Bei der Diagnose der Migräne sind für den Arzt die Angaben des Patienten über den Krankheitsverlauf und eine exakte körperliche Untersuchung besonders wichtig. Genaue Informationen über bestimmte Auslösefaktoren oder Art und Dauer der Schmerzen kann ein Schmerztagebuch geben.
Für die Behandlung der Migräneschmerzen stehen Medikamente zur Verfügung. Bei leichten Beschwerden können freiverkäufliche Schmerzmittel (Analgetika) wie Acetysalicylsäure (ASS, z.B. Aspirin®), Paracetamol (z.B. Paracetamol ratiopharm®) oder Ibuprofen (z.B. Aktren®) helfen. Besteht begleitend eine Übelkeit, kann zusätzlich ein sogenanntes Antiemetikum wie Metoclopramid (Paspertin®) eingenommen werden. Bei schweren Attacken empfehlen die Ärzte spezielle Arzneimittel aus der Gruppe der Triptane. Werden Analgetika und Triptane zu Beginn der Symptome in ausreichend hoher Dosierung eingenommen, können sie optimal gegen den Schmerz wirken. Treten die Anfälle häufiger als dreimal im Monat auf, empfiehlt sich langfristig auch die vorbeugende Einnahme von Blutdruckmitteln wie Betablocker oder Calciumantagonisten.
Häufiger Gebrauch von Schmerzmitteln kann zu Kopfschmerzen führen
Über die Hälfte der Kopfschmerzpatienten holt sich ihre Medikamente aus der Apotheke, ohne je einen Arzt aufgesucht zu haben. Und aus Angst vor dem quälenden Schmerz nehmen viele Betroffene die Analgetika zu lange und in großer Menge ein. Dieser übermäßige Konsum bringt jedoch häufig keine Linderung. Untersuchungen belegen sogar, dass ein quälender Dauerkopfschmerz die Folge sein kann. Die einzige Chance dieser Patienten ist dann nur noch ein Schmerzmittel-Entzug. Damit es nicht so weit kommt, sollte man beachten, dass kein Präparat länger als drei Tage hintereinander oder häufiger als acht Tage pro Monat eingenommen wird.
Was oft vergessen wird:
Neben den medikamentösen Therapiemöglichkeiten existieren noch andere wirkungsvolle Behandlungsmethoden, die weitaus weniger Nebenwirkungen haben als die meisten Arzneimittel. Entspannung und Ruhe bringen den meisten Migränepatienten Erleichterung. Auch kalte Kompressen oder Akupunktur können helfen. Vorbeugend sollte man auf eine gesunde Ernährung, eine ausreichende Trinkmenge und regelmäßige Bewegung achten.
Langfristig ist die Migräne so durch eine ausgewogene Kombination von nicht-medikamentösen Maßnahmen und einer geeigneten Arzneimitteltherapie am besten zu bekämpfen.
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