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Migräne und Kopfschmerzen  

 Migräne Genveränderungen

Migränehilfe und MigränebehandlungAnonymous schreibt "Gen-Veränderungen stören die Reizleitung in den Nerven und unterbrechen die Freisetzung von Botenstoffen
von Silvia von der Weiden



Etwa acht Millionen Menschen hierzulande leiden unter Migräne. Bislang werden die Kopfschmerzattacken als unheilbar angesehen
Als "Hölle im Kopf" beschreiben Migränepatienten den anfallsartig auftretenden, flammenden Schmerz, der häufig von Übelkeit, Schwindel, Licht- und Geräuschempfindlichkeit begleitet wird. Meist konzentriert er sich auf eine Kopfseite. Nicht selten kündigen sonderbare Empfindungen, die so genannte Aura siehe auch: Migräne mit Aura , die Attacke an: Lichtblitze oder Gerüche, die es nicht gibt, sogar Seh- und Sprechstörungen sowie Lähmungen können auftreten.

Bis zu zehn Prozent der Bevölkerung sind von der Migräne betroffen, die zu Unrecht als typisches "Frauenleiden" gilt. Zwar erkranken Frauen mehr als doppelt so oft wie Männer. Doch auch die sind nicht gefeit. Zu den prominenten männlichen Opfern gehören Darwin, Nietzsche, Marx und Freud. Der Begründer der Psychoanalyse versuchte den Kopfschmerz sogar mit Kokain zu kurieren.

Langsam beginnt sich das Rätsel um die Entstehung des Leidens zu lüften. Immer deutlicher wird, dass mehrere Mechanismen beteiligt sind. Einen Hauptverdächtigen entlarvte der Neuroforscher Federigo Sicuteri von der Universität Florenz bereits 1961. Ihm fiel auf, dass viele Patienten während des Anfalls geschwollene Schläfenarterien zeigten. Der Forscher vermutete eine Entzündung hinter dem Phänomen und fand im Blut der Patienten während der Attacken einen erhöhten Spiegel von Serotonin. Normalerweise ist der Nervenbotenstoff für die Regulation von Schlaf und Körpertemperatur verantwortlich. Wird er übermäßig produziert, verstärkt das die Ausschüttung von entzündungserregenden Substanzen.

Doch ist das nicht der einzige Mechanismus. Vor zehn Jahren beobachtete Hans-Christoph Diener, Direktor der Poliklinik für Neurologie an der Universität Essen, mit Hilfe der Positronen-Emissions-Tomographie die Vorgänge im Kopf von Patienten während eines Anfalls. Das Verfahren macht die Gehirnaktivität sichtbar, in dem es misst, wie stark die Nervenzellen durchblutet sind. Dazu wird dem Patienten eine schwach radioaktiv markierte Substanz gespritzt.

Auf diese Weise kam der Forscher dem "Migränegenerator" tief im Innern des Kopfes auf die Spur. Bei den Patienten war das Stammhirn ungewöhnlich stark durchblutet. Dadurch wurde kurz vor der Attacke eine Minderdurchblutung in einer anderen Hirnregion ausgelöst. Diese breitet sich dann in einer langsam wandernden Welle bis in die Großhirnrinde aus, den Sitz des bewussten Wahrnehmens. Betroffen ist vor allem die Seh- und Hörregion, was ein Hinweis auf die Entstehung der Aura zu Beginn der Migräne ist.

Zugleich verändern auch die Nervenzellen ihre Aktivität, wie Beobachtungen mit dem Magnetresonanz-Tomographen offenbaren. Die Nervenaktivität im Großhirn wird intensiver und zeigt dann ein ähnliches Wellenmuster wie bei den Durchblutungsstörungen. Doch wie hängt das zusammen? Der Einsatz molekularbiologischer Methoden lässt Forscher nun zu den eigentlichen Ursachen der Migräne vorstoßen. Diese offenbaren sich auf der Ebene biochemischer Reaktionen. "Genetische Faktoren spielen bei der Migräne eine entscheidende Rolle", resümiert die Deutsche Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft die neuen Erkenntnisse.

Wie sich nun herausstellt, wird eine seltene, aber sehr heftige Variante, die "hemiplegische Migräne", von einem veränderten Gen verursacht. Es trägt in diesem Fall fehlerhafte Baupläne für einen Molekülkomplex, der den Kalziumstoffwechsel in den Zellen und somit die Nervenreizleitung reguliert. Beteiligt sind zwei weitere defekte Gene, welche die programmgemäße Freisetzung von Nervenbotenstoffen unterbrechen.

Dem Ziel, die molekularen Auslöser der Migräne zu finden, hat sich auch das "Neuronetz", ein Zusammenschluss von medizinischen Forschungszentren und Kliniken im Nationalen Genomforschungsnetz, verschrieben. Die Forscher gehen davon aus, dass es noch einige Jahre dauern kann, bis ein ursächlich wirkendes Medikament Migränepatienten endgültig von dem Martyrium im Kopf erlöst. Migräne Genveränderungen

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