.
Migräne und Kopfschmerzen  

 Clusterkopfschmerzen Migräne

Migränehilfe und MigränebehandlungAnonymous schreibt "Clusterkopfschmerz nennt man auch .die Migräne des Mannes.. 4 mal häufiger als Frauen sind Männer von dieser Erkrankung betroffen. Doch Vorsicht: Zwar haben Cluster und Migräne vermutlich gewisse Gemeinsamkeiten in der Entstehung, jedoch ist der Cluster keine Migräne-Form. Leider wird der Cluster nicht selten mit der Migräne verwechselt und deswegen falsch behandelt. In manchen Fällen dauert es mehr als 10 Jahre bis zur richtigen Diagnose und Therapie. Einer der Gründe:


Der Cluster-Kopfschmerz ist verhältnismäßig selten. Nur etwa 40.000 Menschen sind davon in Deutschland betroffen. Dies entspricht etwa 0,05% der Bevölkerung. An Migräne leiden im Vergleich dazu etwa 15%. So denken selbst viele Ärzte nicht an die richtige Diagnose. Dabei zeigt der Cluster ganz typische Symptome. Aufwändige Zusatzuntersuchungen wie eine Kernspintomographie erfolgen nur deshalb, um wirklich sicher andere Ursachen ausschließen zu können. Eine genaue Befragung des Patienten ergibt jedoch bereits die richtige Diagnose: Beim Cluster ist der Schmerz streng einseitig, fast immer an der gleichen Stelle, meist in der Nähe des Auges. Auffällig und fast immer vorhanden: Das Auge ist gerötet und tränt, die Nase fängt an zu laufen. Der Schmerz erreicht innerhalb von wenigen Minuten seine volle Intensität und dauert etwa 15 Minuten bis 3 Stunden an.

Bei der Migräne wechselt der Schmerzort. Typisch ist hier eine langsame Schmerzzunahme über 30 - 60 Min. Der Schmerz dauert wesentlich länger an, mehrere Stunden bis Tage. Dabei treten oft vegetative Symptome wie Übelkeit und Erbrechen sowie Stimmungsschwankungen auf. All das ist für den Cluster nicht beschrieben.

Die Anfälle erfolgen beim Cluster periodisch, oft zur gleichen Uhrzeit. Dabei gibt es gehäufte Attacken (bis zu 8 mal täglich), aber auch monatelange schmerzfreie Intervalle. Im Gegensatz zu dieser episodischen Form liegt in etwa 15% der Fälle ein chronischer Cluster vor - ohne längere schmerzfreie Intervalle. Die Patienten leiden dabei an mindestens 180 Tagen im Jahr an heftigen Kopfschmerzen. Die Frequenz der Migräneanfälle ist dagegen unregelmäßig. Die Ursachen für den Clusterkopfschmerz sind noch weitgehend ungeklärt. Vermutlich kommt es zu einer Reizung von Nervenfasern, die dann wiederum eine Entzündungsreaktion an den Hirnhautgefäßen und an der Hirnhaut hervorrufen. Die Symptome an Auge und Nase stehen vermutlich im Zusammenhang mit einem bestimmten Nervengeflecht (Parasympathikus). Nach einer weiteren Theorie wird eine Beteiligung des so genannten Hypothalamus vermutet. Er sitzt im Gehirn und ist der Taktgeber für die Innere Uhr. In PET-Aufnahmen, der so genannten Positronen-Emissions-Tomografie, die während eines Anfalls durchgeführt wurden, zeigte sich der Hypothalamus aktiviert,- das spricht für eine Beteiligung. Für diese Theorie spricht auch der typische zeitliche Ablauf.

Die Attacken erfolgen oft zur gleichen Tageszeit, gehäuft eine bis zwei Stunden nach dem Einschlafen oder in den frühen Morgenstunden. Nicht selten wiederholen sich die Schmerzanfälle auf die Minute genau,- die Patienten können praktisch die Uhr danach stellen. Nach neueren Forschungen wird auch eine genetische Veranlagung vermutet.

Der Clusterschmerz ist oft so heftig, dass er unbehandelte oder falsch therapierte Patienten sogar bis zum Selbstmord treiben kann. Übliche Schmerzmittel sind beim Cluster nicht wirksam, nicht zuletzt deswegen, weil es viel zu lange dauert, bis die Wirkstoffe aus den Tabletten über den Magen-Darm-Trakt ins Blut aufgenommen werden.

Zur Vorbeugung gibt es spezielle Tabletten als Dauerbehandlung. Das Mittel der ersten Wahl ist der Wirkstoff Verapamil, ein so genannter Calcium-Antagonist und eigentlich ein Herzmedikament. Warum Verapamil das Auftreten der Schmerzattacken verhindern kann, weiß man jedoch nicht. Während eines Anfalls hilft Imigran (Wirkstoff: Sumatriptan) als schnellwirkende Spritze. Dieses Medikament wird auch in der Migräne-Behandlung eingesetzt. Nicht wirksam ist beim Cluster Imigran in Tablettenform siehe auch: Migräne Medikamente, da die Wirkung zu langsam eintritt. Für etwa die Hälfte der Patienten ist Sauerstoff das beste Mittel: Nicht der Sauerstoff aus der Luft, sondern eine Sauerstoffinhalation aus einer tragbaren Gasflasche. Nach wenigen Minuten ist damit der unerträgliche Schmerz vorbei. Patienten, die an der chronischen Form des Cluster leiden, sind jedoch auch mit den genannten Medikamenten oft sehr schwer zu therapieren.

Im Zusammenhang mit den Erkenntnissen zur Rolle des Hypothalamus bei der Schmerzentstehung wurde nun ein ganz neues Therapieverfahren entwickelt. Bei der sogenannten Tiefenhirnstimulation (Deep Brain Stimulation, DBS ) wird durch ein in den Schädelknochen gebohrtes Loch eine Sonde in den Hypothalamus-Bezirk eingeführt. Über einen Schrittmacher wird der vermeintliche Schmerzauslöser nun mit Strom stimuliert. Bislang wurde die DBS jedoch nur bei sehr wenigen selbstmordgefährdeten, mit anderen Mitteln nicht therapierbaren Fällen erprobt und sollte auch diesen vorerst vorbehalten bleiben. Langzeitergebnisse fehlen, man weiß noch sehr wenig über mögliche Nebenwirkungen und Komplikationen.

Wichtig ist: Cluster-Patienten sollten von einem Nervenfacharzt behandelt werden. Bei Problemen kann eine Spezialsprechstunde für Kopfschmerzpatienten weiterhelfen. Clusterkopfschmerzen Migräne

zurück Kopfschmerzen Spannungskopfschmerzen nächste Kopfschmerzen und Migräne"




 
     Verwandte Links
· Mehr zu dem Thema Migränehilfe und Migränebehandlung
· Nachrichten von admin


Der meistgelesene Artikel zu dem Thema Migränehilfe und Migränebehandlung:
Dauerschmerzen hinter Augen


     Artikel Bewertung
durchschnittliche Punktzahl: 3.66
Stimmen: 6


Bitte nehmen Sie sich einen Augenblick Zeit, diesen Artikel zu bewerten:

Exzellent
Sehr gut
gut
normal
schlecht



"Login" | Anmelden/Neuanmeldung | 0 Kommentare
Für den Inhalt der Kommentare sind die Verfasser verantwortlich.

Keine anonymen Kommentare möglich, bitte zuerst anmelden




© 2004 unterliegt PHPNuke.org. Alle Rechte vorbehalten. Der Code der Website-Engine unterliegt dem Copyright von © PHP-Nuke. PHP-Nuke ist eine freie Software veröffentlicht unter der GNU/GPL.

Erstellung der Seite: 0.091 Sekunden